Anleitung
So machen Sie Ihre Website für KI-Assistenten lesbar
Luca Krojer · 23. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Damit KI-Assistenten Ihr Angebot richtig wiedergeben, müssen sie Ihre Website lesen und verstehen können. Dafür muss zuerst die Technik stimmen: Die Crawler der Anbieter brauchen Zugang, und die wichtigen Angaben müssen eindeutig auf Ihren Seiten stehen.
Diese Anleitung geht die Punkte der Reihe nach durch: robots.txt, Sperren durch Firewalls, strukturierte Daten, Inhalte und die Profile bei Google und Bing. Für vieles brauchen Sie nur Zugang zu Ihrer Website oder einen kurzen Auftrag an Ihren Webdesigner.
Die robots.txt prüfen
Die robots.txt ist eine Textdatei im Hauptverzeichnis Ihrer Website, also etwa unter ihre-domain.de/robots.txt. Sie legt fest, welche Crawler welche Bereiche abrufen dürfen (Google Search Central).
Öffnen Sie die Datei im Browser. Jede Gruppe beginnt mit „User-agent:“ und dem Namen eines Crawlers, „*“ steht für alle Crawler. Hat ein Crawler keine eigene Gruppe, gilt für ihn die Gruppe mit „*“. Steht in der maßgeblichen Gruppe „Disallow: /“, ist die ganze Website für diesen Crawler gesperrt.
Diese Crawler sollten Sie kennen
Die Anbieter beschreiben ihre Crawler in eigenen Dokumentationen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Suche und Training: Wer empfohlen werden möchte, sollte vor allem die Crawler für die Suche zulassen. Ob Ihre Inhalte auch ins Training fließen dürfen, ist eine eigene Entscheidung.
- OAI-SearchBot (OpenAI): erfasst Websites für die Suchfunktionen von ChatGPT. Seiten, die ihn aussperren, erscheinen laut OpenAI nicht in den Suchantworten, höchstens als Navigationslink (Dokumentation).
- GPTBot (OpenAI): sammelt Inhalte, die für das Training der KI-Modelle von OpenAI genutzt werden können. Wer ihn sperrt, widerspricht diesem Training; die Einstellung ist laut OpenAI unabhängig von OAI-SearchBot.
- ChatGPT-User (OpenAI): ruft eine Seite ab, wenn ein Nutzer in ChatGPT eine Aktion auslöst. Er crawlt nicht automatisch und entscheidet nicht über die Aufnahme in die Suche. Für solche Abrufe gelten robots.txt-Regeln laut OpenAI womöglich nicht.
- PerplexityBot (Perplexity): erfasst und verlinkt Websites in den Suchergebnissen von Perplexity und wird laut Perplexity nicht für das Training von KI-Basismodellen genutzt. Abrufe, die Nutzer auslösen, laufen über Perplexity-User (Dokumentation).
- Google-Extended (Google): kein eigener Crawler, sondern ein Kennzeichen in der robots.txt. Es steuert, ob Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle und für das Grounding in den Gemini-Apps genutzt werden, also für Antworten mit Inhalten aus dem Google-Suchindex. Auf die Google-Suche und das Ranking wirkt es laut Google nicht (Dokumentation).
- Googlebot (Google): Für die KI-Übersichten und den KI-Modus der Google-Suche gilt die normale Steuerung über Googlebot (Google Search Central).
- Bingbot (Microsoft): der Crawler der Suchmaschine Bing (Bing Webmaster Blog). Microsoft zeigt in den Bing Webmaster Tools, wie oft Seiten in Copilot und in KI-Zusammenfassungen von Bing zitiert werden (Bing Webmaster Blog).
Sperren außerhalb der robots.txt
Auch eine Firewall, ein Bot-Schutz oder ein Content Delivery Network (CDN) kann Crawler abweisen, ohne dass es in der robots.txt steht. Google nennt ausdrücklich, dass das Crawlen in der robots.txt und von CDN- oder Hosting-Infrastruktur erlaubt sein sollte (Google Search Central). Perplexity empfiehlt Betreibern einer Web Application Firewall, die eigenen Bots ausdrücklich freizugeben, OpenAI empfiehlt, Anfragen aus den veröffentlichten IP-Bereichen zuzulassen.
Fragen Sie im Zweifel Ihren Hosting-Anbieter oder Ihren Webdesigner. Änderungen an der robots.txt berücksichtigen OpenAI und Perplexity laut eigener Dokumentation innerhalb von etwa 24 Stunden.
Strukturierte Daten nach schema.org
Strukturierte Daten beschreiben in maschinenlesbarer Form, wer Sie sind und was Sie anbieten. Google nutzt sie, um den Inhalt einer Seite zu verstehen und Informationen etwa über Unternehmen zu sammeln, und empfiehlt das Format JSON-LD (Google Search Central).
Zwei Einschränkungen: Für die KI-Funktionen der Google-Suche ist laut Google kein spezielles schema.org-Markup nötig, und die strukturierten Daten müssen zum sichtbaren Text passen. Sie ersetzen also keine guten Inhalte, sie machen vorhandene Angaben eindeutig. Für die meisten Unternehmen sind drei Typen sinnvoll:
- Organization: Name, Logo, Website, Kontaktdaten und über die Eigenschaft sameAs Links zu Ihren Profilen auf anderen Seiten (schema.org).
- LocalBusiness: für Betriebe mit Standort, ein Untertyp von Organization (schema.org). Damit teilen Sie Google etwa Ihre Öffnungszeiten mit; Pflichtangaben sind Name und Adresse (Google Search Central).
- FAQPage: für Seiten mit häufigen Fragen (schema.org). Google zeigt dafür seit dem 7. Mai 2026 keine erweiterten Suchergebnisse mehr an (Google Search Central). Die Auszeichnung macht Fragen und Antworten trotzdem eindeutig maschinenlesbar.
Klare Seiten zu Angebot, Ort und Preisen
Was nicht eindeutig auf Ihren Seiten steht, kann eine KI von dort auch nicht übernehmen. Legen Sie für jedes wichtige Angebot eine eigene Seite an. Sie sollte in ganzen Sätzen sagen, was Sie anbieten, für wen, wo (Ort oder Einzugsgebiet) und zu welchen Bedingungen. Wenn Sie Preise nennen können, nennen Sie sie, notfalls als Spanne.
Wichtige Inhalte sollten als Text auf der Seite stehen, nicht nur in Bildern; auch das empfiehlt Google ausdrücklich.
Ergänzen Sie einen Bereich mit Fragen, die Kunden wirklich stellen, etwa zu Ablauf, Dauer, Kosten und Einzugsgebiet. Microsoft schreibt, dass klare Überschriften, Tabellen und FAQ-Bereiche helfen, wichtige Informationen in KI-Antworten sichtbar zu machen (Bing Webmaster Blog).
Google-Unternehmensprofil und Bing Places
Ein Google-Unternehmensprofil setzt voraus, dass Kunden Sie an einem Standort besuchen können oder dass Sie bei Kunden arbeiten. Postfächer und virtuelle Büros sind nicht erlaubt (Google).
Passt das zu Ihnen, ist das Profil sinnvoll: Google schreibt, dass es helfen kann, Produkte und Dienstleistungen in den KI-Antworten von Google und in der übrigen Google-Suche sichtbar zu machen (Google Search Central). Halten Sie Adresse, Öffnungszeiten und Kategorien aktuell.
Das Gegenstück bei Microsoft ist Bing Places for Business. Die Einträge erscheinen in der Bing-Suche und in Bing Maps und lassen sich aus Google importieren (Bing).
Häufige Fragen
Wenn ich GPTBot sperre, verschwinde ich dann aus ChatGPT?
Nicht aus der Suche. Laut OpenAI sind die Einstellungen unabhängig: Sie können OAI-SearchBot erlauben, um in den Suchergebnissen von ChatGPT zu erscheinen, und GPTBot sperren, um dem Training zu widersprechen.
Schadet es, Google-Extended zu sperren?
Ihrem Google-Ranking nicht: Laut Google hat Google-Extended keinen Einfluss auf die Google-Suche. Wer es sperrt, schließt seine Inhalte aber vom Grounding in den Gemini-Apps aus, also von einem Weg, auf dem Gemini aktuelle Inhalte aus dem Web nutzt.
Brauche ich eine llms.txt?
Nicht zwingend. Die llms.txt ist ein Vorschlag aus dem Jahr 2024 für eine Datei mit Hinweisen für Sprachmodelle. Google schreibt, dass die Google-Suche solche Dateien ignoriert, sie dort also weder schaden noch nützen. Eine Wirkung bei ChatGPT, Perplexity oder Gemini ist nicht bestätigt.
Wie erkenne ich, ob KI-Crawler gesperrt sind?
Öffnen Sie ihre-domain.de/robots.txt und suchen Sie nach den Namen der Crawler und nach „Disallow: /“. Sperren durch eine Firewall sehen Sie dort nicht, dafür fragen Sie Ihren Hosting-Anbieter. Der Gratis-Check weist Sie ebenfalls darauf hin, wenn Ihre robots.txt einen KI-Crawler sperrt.
Quellen
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- Perplexity: Perplexity Crawlers
- Google for Developers: Google's common crawlers
- Google Search Central: AI Features and Your Website
- Google Search Central: Intro to How Structured Data Markup Works
- Bing Webmaster Blog: Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview
Luca KrojerGründer von ki-suchergebnis.de. Das Unternehmen misst jeden Monat, welche Firmen ChatGPT, Perplexity und Gemini empfehlen, und setzt die Verbesserungen um.
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