Anleitung
So prüfen Sie, ob KI-Assistenten Ihr Unternehmen empfehlen
Luca Krojer · 23. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
Ob KI-Assistenten Ihr Unternehmen empfehlen, können Sie selbst herausfinden. Sie brauchen dafür Zugang zu ChatGPT, Perplexity und Gemini, etwas Zeit an mehreren Tagen und eine Tabelle für Ihre Notizen.
Wichtig ist ein sauberes Vorgehen. Die Antworten schwanken, eine einzelne Frage sagt deshalb wenig. Mit den folgenden sechs Schritten bekommen Sie ein belastbares Bild.
Schritt 1: Fragen formulieren wie Ihre Kunden
Neue Kunden kennen Ihren Namen noch nicht. Sie fragen nach einer Lösung für ihr Problem. Schreiben Sie fünf bis zehn solcher Fragen auf, ohne Ihren Firmennamen.
Arbeiten Sie vor Ort, stellen Sie jede Frage einmal mit Ort und einmal ohne. Bieten Sie bundesweit an, lassen Sie den Ort weg. Beispiele:
- „Welche Steuerberatung in Leipzig ist auf Handwerksbetriebe spezialisiert?“
- „Welche Software zur Zeiterfassung eignet sich für Betriebe mit 20 Mitarbeitern?“
- „Wer wartet Industriekälteanlagen in Sachsen?“
- „Welcher Anbieter übersetzt technische Dokumentationen ins Englische?“
Schritt 2: In ChatGPT, Perplexity und Gemini fragen
Stellen Sie jede Frage in allen drei Assistenten. ChatGPT und Gemini sind in Deutschland die meistgenutzten KI-Dienste: 71 % der KI-Nutzenden setzen ChatGPT ein, 50 % Gemini (Bitkom, April 2026). Perplexity wird seltener genutzt, belegt aber jede Antwort mit nummerierten Quellen (Perplexity). Das hilft bei Schritt 4.
Beginnen Sie für jede Frage einen neuen Chat, damit frühere Fragen die Antwort nicht beeinflussen. Kopieren Sie jede Antwort vollständig in Ihre Notizen, mit Datum.
Schritt 3: Mehrmals und an verschiedenen Tagen fragen
KI-Antworten sind nicht stabil. Google schreibt über Gemini, dass die Antwort eines Sprachmodells auf denselben Prompt nicht jedes Mal gleich ausfallen muss (Google). In einer Untersuchung von SparkToro lag die Chance, dass ChatGPT oder Googles KI bei 100 Wiederholungen derselben Frage zweimal dieselbe Liste von Marken nennen, unter 1 zu 100 (SparkToro).
Stellen Sie jede Frage deshalb mindestens dreimal, verteilt auf mehrere Tage. Zählen Sie am Ende, in wie vielen Antworten Ihr Unternehmen vorkommt. Dieser Anteil sagt mehr als die Position in einer einzelnen Antwort.
Schritt 4: Notieren, wer genannt und was zitiert wird
Die Quellen finden Sie direkt bei der Antwort: Perplexity nummeriert sie, Gemini zeigt sie über eine Schaltfläche am Ende oder innerhalb der Antwort, sofern es Quellen gibt (Gemini-Hilfe). Auch die Suche in ChatGPT verweist auf Websites (OpenAI).
Halten Sie für jede Antwort dieselben Punkte fest, damit Sie später vergleichen können. Wie eine solche Auswertung aussehen kann, zeigt unser Beispielbericht.
- Frage, Assistent und Datum
- Wird Ihr Unternehmen genannt, und an welcher Stelle?
- Welche anderen Unternehmen werden genannt?
- Welche Seiten verlinkt die KI als Quelle? Die Domain reicht, etwa ein Branchenverzeichnis oder ein Vergleichsportal.
- Stimmen die Angaben über Sie, etwa zu Angebot, Ort und Kontakt?
Schritt 5: Lücken ableiten
Legen Sie Ihre Notizen nebeneinander. Welche Quellen tauchen bei Ihren Wettbewerbern immer wieder auf, bei Ihnen aber nicht? Was sagt die KI über Sie, und stimmt es? Typische Lücken sind:
- Sie fehlen in einem Verzeichnis oder Portal, das die KI für Ihr Thema oft zitiert.
- Ihre Website taucht nie als Quelle auf. Dann lohnt ein Blick in die robots.txt: Seiten, die den Crawler OAI-SearchBot aussperren, zeigt ChatGPT laut OpenAI nicht in seinen Suchantworten.
- Ihre Seiten sagen nicht klar, was Sie wo und für wen anbieten.
- Die KI nennt veraltete oder falsche Angaben. Das kommt vor: 42 % derjenigen, die KI für die Suche nutzen, haben nach einer Bitkom-Umfrage schon falsche oder erfundene Informationen erhalten (Bitkom).
Schritt 6: Regelmäßig wiederholen
Ob eine Änderung wirkt, etwa ein neuer Text oder ein Verzeichniseintrag, zeigt erst eine neue Prüfung mit denselben Fragen. Wiederholen Sie die Prüfung deshalb regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat. Wie Sie Lücken auf der eigenen Website schließen, steht in dieser Anleitung.
Für zwei Bereiche gibt es zusätzlich Berichte der Anbieter: Die Search Console zeigt, wie oft Links zu Ihrer Website in den KI-Übersichten und im KI-Modus der Google-Suche erschienen sind (Search Console-Hilfe). Die Bing Webmaster Tools zeigen, wie oft Ihre Seiten in Microsoft Copilot und in KI-Zusammenfassungen von Bing als Quelle zitiert werden (Bing Webmaster Blog).
Ist Ihnen das zu aufwendig, übernimmt der Gratis-Check einen Teil: Er stellt ChatGPT, Perplexity und Gemini je fünf Fragen, die aus Ihrer Website abgeleitet werden, und schickt Ihnen das Ergebnis per E-Mail.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen sollte ich stellen?
Für einen ersten Eindruck reichen fünf bis zehn Fragen, jede mindestens dreimal gestellt. Je mehr Durchläufe, desto verlässlicher ist der Anteil der Antworten, in denen Sie vorkommen. Für ein genaues Bild rät SparkToro, eine Frage mindestens 60- bis 100-mal zu stellen und die Ergebnisse zu mitteln.
Darf mein Firmenname in der Frage stehen?
Für die Prüfung der Sichtbarkeit nicht, denn neue Kunden kennen Ihren Namen noch nicht. Eine eigene Frage mit Ihrem Namen ist trotzdem nützlich: Sie zeigt, was die KI über Sie weiß und ob die Angaben stimmen.
Warum sehen Kollegen andere Antworten als ich?
Die Antworten schwanken auch bei identischen Fragen. Bei lokalen Fragen kann außerdem der Standort eine Rolle spielen: In der lokalen Google-Suche zählt, wie weit ein Unternehmen vom Suchenden entfernt ist (Google).
Was tun, wenn die KI Falsches über mein Unternehmen sagt?
Sehen Sie nach, welche Quellen die KI verlinkt, und korrigieren Sie die Angaben dort, wo Sie Zugriff haben: auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen. Google schreibt, dass Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben eher in den lokalen Ergebnissen erscheinen.
Quellen
- SparkToro: NEW Research: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products
- Google: Was ist Gemini und wie funktioniert es?
- Perplexity: How does Perplexity work?
- Gemini-Apps-Hilfe: Zugehörige Quellen aus Gemini-Apps ansehen
- Search Console-Hilfe: Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Google Suche)
- Bing Webmaster Blog: Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview
Luca KrojerGründer von ki-suchergebnis.de. Das Unternehmen misst jeden Monat, welche Firmen ChatGPT, Perplexity und Gemini empfehlen, und setzt die Verbesserungen um.
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