Fehler und Mythen
7 Mythen über KI-Sichtbarkeit und was wirklich zählt
Luca Krojer · 23. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
Rund um KI-Sichtbarkeit kursieren viele Ratschläge. Manche stammen aus der klassischen Suchmaschinenoptimierung, manche sind Verkaufsversprechen. Selbst Google schreibt in seinem Leitfaden zu den KI-Funktionen der Suche, dass viele empfohlene „Hacks“ nicht wirken (Google Search Central).
Hier sind sieben verbreitete Mythen und was nach Angaben der Anbieter und nach Studien tatsächlich stimmt.
Mythos 1: „Ein gutes Google-Ranking reicht“
Für Google ist ein gutes Ranking tatsächlich eine wichtige Grundlage. Die KI-Funktionen der Google-Suche beruhen laut Google auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen wie die Suche, und Gemini nutzt beim Grounding Inhalte aus dem Google-Suchindex (Google).
ChatGPT und Perplexity arbeiten aber mit eigenen Crawlern, dem OAI-SearchBot und dem PerplexityBot (OpenAI, Perplexity). Wer den OAI-SearchBot aussperrt, erscheint laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT, egal wie gut er bei Google steht. Ein gutes Google-Ranking ist also eine Basis, aber keine Garantie.
Mythos 2: „Platz 1 in ChatGPT lässt sich kaufen oder garantieren“
Einen festen Platz 1 gibt es nicht. In einer Untersuchung von SparkToro nannten ChatGPT und Googles KI auf dieselbe Frage fast nie zweimal dieselbe Liste von Marken. Zwei Listen in derselben Reihenfolge waren noch seltener, etwa einmal in 1.000 Durchläufen (SparkToro).
Für die lokale Suche schreibt Google, dass sich ein besseres Ranking nicht einfordern lässt, auch nicht gegen Bezahlung (Google). Zudem warnt Google vor Werkzeugen, die Ranking-Erfolg versprechen: Kein Drittanbieter habe Zugriff auf die internen Ranking- und KI-Systeme von Google. Eine bestimmte Platzierung kann niemand garantieren, auch wir nicht.
Mythos 3: „Die KI liest nur die eigene Website“
Die Assistenten fassen viele Quellen zusammen. Perplexity durchsucht das Internet in Echtzeit und belegt jede Antwort mit Quellen (Perplexity). Google schreibt, dass seine KI-Funktionen zeigen können, was im Web über Produkte und Dienstleistungen gesagt wird, etwa in Blogs, Videos und Forendiskussionen.
In der lokalen Suche zählt Google außerdem die Zahl der Websites, die auf ein Unternehmen verweisen, und die Zahl der Rezensionen zur Bekanntheit (Google). Ihre Website bleibt wichtig, weil Sie sie selbst steuern. Was Verzeichnisse, Bewertungsportale und die Presse über Sie schreiben, gehört aber ebenso dazu.
Mythos 4: „Viele Schlüsselwörter helfen“
In der GEO-Studie brachte das Anhäufen von Suchbegriffen kaum oder gar keine Verbesserung, bei Perplexity schnitt es sogar 10 % schlechter ab als der unveränderte Text (Aggarwal u. a.). Google wertet Keyword-Stuffing als Spam, ausdrücklich auch Textblöcke mit Städten und Regionen, für die eine Seite ranken soll (Google Search Central).
Laut Google verstehen KI-Systeme Synonyme und Bedeutungen, man muss also nicht jede Formulierung abdecken. Besser wirkten in der Studie Quellenangaben, Zitate und Statistiken sowie verständliche Sprache.
Mythos 5: „Das ist nur etwas für große Marken“
KI-Antworten können laut Google auch Informationen über lokale Unternehmen enthalten. In der lokalen Suche zählen neben der Bekanntheit auch die Relevanz und die Entfernung zum Suchenden (Google). Ein kleiner Betrieb in der Nähe kann deshalb besser passen als eine große Marke weit weg.
Auch die GEO-Studie spricht dafür: Am meisten profitierten Quellen, die in den Suchergebnissen weiter hinten standen. Bei Quellen auf Platz 5 stieg die Sichtbarkeit durch Quellenangaben im Text um 115 % (Aggarwal u. a.).
Mythos 6: „Einmal einrichten reicht“
Antworten schwanken, und die Angaben über ein Unternehmen ändern sich: Öffnungszeiten, Angebote, Einträge in Verzeichnissen. Microsoft schreibt, dass regelmäßige Aktualisierungen helfen, damit KI-Systeme die aktuelle Fassung eines Inhalts heranziehen (Bing Webmaster Blog). Google rät, die Angaben im Unternehmensprofil aktuell zu halten (Google Search Central).
Sinnvoll ist deshalb ein fester Rhythmus: dieselben Fragen regelmäßig stellen, die Ergebnisse vergleichen, Lücken schließen. So arbeiten wir auch in der monatlichen Messung (So messen wir).
Mythos 7: „Man muss KI-Bots aussperren, um Inhalte zu schützen“
Das ist eine Abwägung, kein Muss. Wer pauschal sperrt, verliert Sichtbarkeit: Seiten, die den OAI-SearchBot aussperren, zeigt ChatGPT laut OpenAI nicht in seinen Suchantworten. Wer Google-Extended sperrt, schließt seine Inhalte vom Grounding in den Gemini-Apps aus.
Training und Suche lassen sich aber trennen. Bei OpenAI steuern Sie GPTBot (Training) und OAI-SearchBot (Suche) unabhängig voneinander. PerplexityBot wird laut Perplexity nicht für das Training von KI-Basismodellen genutzt. Google-Extended betrifft Training und Gemini-Apps, nicht die Google-Suche.
Ein Schutz für vertrauliche Inhalte ist die robots.txt ohnehin nicht. Google schreibt, dass sie nicht dafür gedacht ist, Seiten aus Google herauszuhalten (Google Search Central). Abrufe, die Nutzer auslösen, etwa über ChatGPT-User oder Perplexity-User, beachten die Regeln womöglich nicht. Was vertraulich ist, gehört hinter ein Passwort.
Häufige Fragen
Was zählt also wirklich?
Dass KI-Crawler Ihre Website lesen dürfen, dass Ihre Seiten klar sagen, was Sie wo anbieten, und dass andere Seiten über Sie berichten. Dazu kommen ein gepflegtes Unternehmensprofil, wo es passt, und eine regelmäßige Messung. Die Technik erklärt diese Anleitung.
Woran erkenne ich unseriöse Versprechen?
An Garantien wie „Platz 1 in ChatGPT“ oder „garantierte Empfehlung“. Google warnt ausdrücklich vor Werkzeugen, die Ranking-Erfolg versprechen oder angeblich interne Google-Daten nutzen. Fragen Sie nach, wie gemessen wird und was genau umgesetzt wird.
Hilft eine llms.txt?
Für die Google-Suche nicht: Google schreibt, dass die Suche solche Dateien ignoriert, sie dort also weder schaden noch nützen. Dass ChatGPT, Perplexity oder Gemini die Datei auswerten, ist nicht bestätigt.
Wie oft sollte ich prüfen?
In einem festen Rhythmus, etwa monatlich, und immer mit denselben Fragen. Weil die Antworten schwanken, zählt der Anteil der Antworten mit Ihrer Nennung über mehrere Durchläufe. Wie Sie das selbst machen, steht in dieser Anleitung.
Quellen
- Google Search Central: Google's Guide to Optimizing for Generative AI Features on Google Search
- SparkToro: NEW Research: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products
- Aggarwal u. a., arXiv: GEO: Generative Engine Optimization
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- Google Search Central: Spam Policies for Google Web Search
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern
Luca KrojerGründer von ki-suchergebnis.de. Das Unternehmen misst jeden Monat, welche Firmen ChatGPT, Perplexity und Gemini empfehlen, und setzt die Verbesserungen um.
Wird Ihr Unternehmen empfohlen?
Der Gratis-Check stellt ChatGPT, Perplexity und Gemini je 5 Fragen, wie Ihre Kunden sie stellen. Das Ergebnis kommt per E-Mail.
Jetzt kostenlos prüfen